suchende Fortbewegung

Besuch beim Knochendoktor. Körperliche Erleichterung spürbar. Folgetermine nächste Woche. In Bewegung bleiben. Auch geistig. Erkennen, wie sich Puzzle-Teile zu einem grossen Ganzen zusammenfügen. Nicht der Geist ist träge, sondern der Körper. Wer hat das Kommando über wen? Körper über Geist? Geist über Körper?

Verbundenheit auch über die Distanz spüren und sich sehr mitfreuen.

Dinge fallen an ihren Platz. Uralte Muster werden sichtbar. Sich von diesen Fesseln befreien. Neugier und Ungeduld auf die weiteren Schritte. Das Hören weiter schulen. Aufmerksamkeit steigt. Weiter auf der Suche bleiben. Lernschleifen als Erfahrungen annehmen. Liebevolleren Umgang mit sich entwickeln. Über 30 Jahre Eingeschliffenes entlernt sich nicht von heute auf morgen.

Textminiaturen sind ein Bedürfnis, kein Müssen. Grosse Freude über diese Erkenntnis. Es fällt leichter auf den Punkt zu kommen.

wechselnde Bewölkung

Zahlen steigen. Angewandte Exponentialrechnung. Keine Neuigkeiten zur HomeOffice-Empfehlung des BAG. Weiterhin pendeln und Vollbesetzung im Büro.

Yoga tut gut. Muskeln werden weicher. Bewusst Hörbuch hören. Beinahe ohne Notizen. Neugier ist geweckt. Bisheriges Wissen hilft beim Verständnis. Wirkt wie eine Vorbereitung. Ohne würde ich wohl nur den Kopf schütteln. Im Ansatz schon Anläufe genommen und gescheitert. Veränderungen stehen an. Neue Verhaltensweisen dringend nötig. Aus der Sackgasse kommen.

Um es mit Paul Watzlawick zu sagen:

„Wenn Du immer wieder das tust, was Du immer schon getan hast,
dann wirst Du immer wieder das bekommen, was Du immer schon bekommen hast.

Wenn Du etwas Anderes haben willst, musst Du etwas Anderes tun!

Und wenn das, was Du tust, Dich nicht weiterbringt, dann tu etwas völlig Anderes,
statt mehr vom gleichen Falschen!“

gelebtes Leben

Neun Leben wie eine Katze. In der deutschen Sprache sind es nur deren sieben. Was man nicht alles aus einem Nachruf lernt. Spannend, faszinierend, interessant, zumal zwischen Aufnahme und Todestag mehr als fünf Jahre liegen. Zuhören geht in Rückenlage bestens. Wärme beruhigt gestresste Muskeln, verschriebenes Yoga zusätzlich die Gedanken.

Das Leben als eine Reihe von Zufällen. Vieles Timing, weniges geplant. Vorwärts gelebt, rückwärts begriffen. Erzähltes Leben prägt die eigene Wirklichkeit. Kleinste Veränderungen in der Geschichte beinflussen die Sichtweise. Was vor 20, 30, 40, 50 Jahren politisch/gesellschaftlich korrekt war, kriegt heute neue Bedeutungen. Im Guten wie auch Schlechten. Die eigene Freiheit hört dort auf, wo die Freiheit des anderen beschnitten wird. Diskurs tut not, Zuhören noch viel mehr. Verstehen heisst nicht einverstanden sein. Die alleinseligmachende Wahrheit gibt es nicht.

unfreiwilliger Halt

Rücken blockiert. Bewegungsradius stark eingeschränkt. Kerzengerade stehend oder auf dem Rücken liegend. Musse, die Gedanken beim Kreisen zu beobachten. Und die Räume dazwischen wahrnehmen. Die Deckenbalken auch. Termine vorspuren. Nachrichten aufs Minimum beschränken. Sich Erlaubnis für den unfreiwilligen Halt gewähren. Auf der Spur des schlechten Gewissens. Oder ist es doch Sorge und Angst? Bewusst in der Stille verweilen.

buntes Allerlei

Die Tage werden kürzer. Die Geduld der Menschen auch. Positionen verhärten sich. Anstand wird zum Luxusgut. Der gesunde Menschenverstand ausgeschaltet. Die vernünftige Mitte nicht zu hören. Nur die eigene Meinung zählt. Je lauter, desto wahrer? Entschleunigung tut not. Stattdessen allenthalben Beschleunigung analog zu den Fallzahlen. Ratlosigkeit macht sich breit. Offenheit tut not. Nichtwissen hilfreicher als vermeintliche Allwissenheit.

Der schnöde Mammon regiert. Der kleine Grenzverkehr bringt den Verkehr zum Erliegen. Die geplante Grenzschliessung scheinbar auch den Verstand. Rien ne va plus. Einkaufen im grenznahen Ausland ein Menschenrecht? Definitiv nicht wirtschaftliche Interessen, oder? Konsum als Allheilmittel. Ich reibe mir verwundert die Augen. Ein Schelm, wer sich dabei Böses denkt.

Die im Aussen wahrgenommene Lähmung schleicht sich ins Innere. Jeder Schritt bedarf enormer Willensanstrengung. Entscheiden kostet Überwindung. Ständiger Widerstreit der inneren Anteile verbraucht Kraft. Die Widersprüchlichkeiten aushalten. Der alte Fluchtreflex regt sich. Alle und alles hinter mir lassen. Auch die Zweifel. Neu anfangen, mich neu erfinden. Zumindest wieder finden. An mich glauben. Mehr vom positiv zurückgemeldeten Fremdbild übernehmen. Die Fesseln der eigenen Geschichte abschütteln. Mein eigener Mensch werden. In meiner Haut wohlfühlen.

Zauberhafte, berührende Begegnungen, real und virtuell. Die eigene Verletzlichkeit und Durchlässigkeit gespiegelt im Gegenüber. Quelle der Kraft und der Zuversicht. Veränderung geschieht kaum spürbar. Worte und Gesten wirken im Verborgenen. Sichtbar gemacht an unerwarteten Stellen. Die äusseren Beschränkungen zur inneren Einkehr nutzen. Eigene Bilder und Geschichten überdenken. Den Wunsch nach Verbundenheit und Wachstum im Anderen und sich (an)-erkennen. Gemeinsam Räume für Wachstum und Heilung schaffen. Ganzwerdung.